Segeltörn 2011

NoxSailWieder einmal war im zweijährigen Rhythmus ein Segeltörn im Mittelmeer angesagt. Neben dem Capitano Wolfgang „Enzo“ waren Wilf, Michael, Jürgen, Uwe mit von der Partie.
Drei  altbewährte Segelkameraden, nämlich Wolfgang „Haizer“, der Westfale Matthias  sowie unser „Mädchen-für-fast-alles“, die Seufzerin Carmen, konnten dieses Jahr leider nicht teilnehmen. Als Ersatz bewährte sich der Uwe, ein ehemaliges Mitglied des TSCD, Tauchkamerad und Jugendfreund unseres Capitano.
Freitag, 07.10.2011:
Bequem ging es im neuen VW-Transporter über die Alpen via Mailand und Livorno nach Porto San Vincenzo.
Samstag, 08.10.2011:
CIMG2807Da unser Schiff noch nicht im Hafen lag, organisierte der Capitano kurzerhand eine köstliche Weinprobe samt toskanischem Vesper auf einem Weingut im nahegelegenen Bolgheri.
Am Spätnachmittag konnte dann das Schiff beladen werden. Wie immer galt es, jede Menge Lebensmittel und auch etwas Getränke zu verstauen, die zuvor gebunkert worden waren.
Nach einem gemeinsamen Abendessen mit der Crew der „Go West“ unter Capitano Thomas Burkhardt  verbrachten wir die erste Nacht auf der „Go South“ im Hafen von Porto San Vincenzo.
Sonntag, 09.10.2011:
Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen Temperaturen verließ die „Go South“ das Festland am Sonntagmorgen mit Ziel Elba. Guter Nordwind lies uns in Schmetterlings-Stellung entlang an Elbas Ostküste bis zur Costa dei Gabbiani segeln.
Auch die Südspitze konnte noch unter Segel  umrundet werden,  am Spätnachmittag war unser erstes Etappenziel, die Morcone-Bucht erreicht.
Unser alter Freund Andrej erwartete uns bereits am Strand, zum Abend lud das „Albatros“ ein, dort konnte die hervorragende toskanische Küche genossen werden.
Noch in der Nacht ging es dann unter Motorkraft weiter in Richtung Süden, galt es doch, am nächsten Tag die Südspitze Korsikas zu erreichen.
Montag, 10.10.2011:
Nach einer langen Fahrt, vorbei an Monte Christo und dem Scoglio dell Affrica, ging es zunächst entlang der Ostküste Korsikas, bis am Spätnachmittag die Kreidefelsen bei Bonifacio auftauchten, hoch oben thronte die Altstadt direkt auf den Klippen.  Ein besonderes Erlebnis ist die Einfahrt in den Hafen. Dort fand sich ein guter Liegeplatz direkt an der Flaniermeile.
Die lange Überfahrt, in Verbindung mit reichlich Spaghetti Bolognese zum Abend und einem guten Tropfen korsischen Rotweins sorgten dafür, dass alsbald die Schläfrigkeit einkehrte und die Mannschaft in die Kabinen entschwand.
Dienstag, 11.10.2011:
Tauchen war angesagt. Von Bonifacio aus ging es zum Naturschutzgebiet um die Insel „Lavezzi“, welches in der Straße von Bonifacio zwischen Korsika und Sardinien liegt. Die „Ile Lavezzi“  ist der südlichste Punkt Frankreichs in Europa. Der Tauchplatz war dank GPS gleich gefunden, sodass Wolfgang, Wilfried und Jürgen nach dem Ankern gleich ins Wasser springen und abtauchen konnten.  Und der Capitano hatte nicht zu viel versprochen: riesige Zackenbarsche tummelten sich dort unten im Riff, betrachteten uns neugierig und umkreisten uns. Die Zeit verging im Flug, leider auch die Kraft der Akkus in der UW-Kamera. Alsbald war Auftauchen angesagt.  Dieser Tauchgang war selbst für uns alte Hasen ein einmaliges Erlebnis und wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben.
Weiter ging es mit Kurs in Richtung Port Vecchio, wo die nächste Nacht im Hafen verbracht wurde. Eine (günstige) Konstellation des Sonnenstandes zwischen zwei Bergrücken führte dazu, dass „Sundowner-Uwe“  während der Einfahrt in die Bucht gleich zweimal tätig werden musste.
Im Hafen kam es dann durch „Bug-Stehn-und-Hudeln“  leider zu einem kleinen schmerzlichen Zwischenfall, der hier aber nicht weiter  erwähnt werden muss.
Mittwoch, 12.10.2011:
Nach dem Ablegen in Porto Vecchio mit Ziel Bastia dreht der Wind in Richtung Süd, sodass wieder unter Maschine gefahren werden musste. Nach einem Badestopp nahe einem auf Sandgrund liegenden Wrack wurde der Hafen von Bastia mit Einbruch der Dunkelheit erreicht.
Donnerstag, 13.10.2011:
Die Vorräte gingen zur Neige, ein Einkauf in Bastia war dringend notwendig. Da der Mannschaft nach schwäbischen Gerichten zumute war, wurde seitens der Küchencrew reichlich  Zutaten für Sahnegulasch mit breiten Nudeln eingekauft. Danach nahmen wir Kurs querab in Richtung Capraia, hier war es teilweise wieder möglich, zu segeln.
Am Spätnachmittag war der Hafen von Capraia erreicht,  die optisch toll eingerichtete Hafenbar samt Bedienung lud sogleich zu einem kurzen Besuch ein.
Währenddessen gab sich die Küchenmannschaft alle Mühe, ein Sahnegulasch zu kreieren, und dem Lob der satten Mannen zufolge war dies auch gelungen.
Freitag, 14.10.2011:
Starker Westwind war angesagt. Pech für die Crew, galt es doch, genau in Richtung Westen zu segeln. So musste leider der „Dieselwind“ herhalten, da das Festland spätestens am Abend erreicht werden sollte. Eine stürmische Überfahrt mit bis zu 5 m hohen Wellen und sprühender Gischt sorgte dafür, dass keiner der Crew trocken blieb.  Da hätte unsere Carmen wieder die größte Freude gehabt.
Nach Übergabe des Schiffes ging es am Abend in ein heimisches Lokal, wo den Seglern zum Abschluß wohlschmeckende Pizzen aufgetischt wurden.
Frühmorgens am Samstag  traten wir nun die Rückfahrt in den Schwarzwald an.
Die Erinnerungen  an die vergangenen Tage und die Vorfreude auf einen neuen Törn in 2013, vielleicht auch in einem anderen Teil des Mittelmeeres, bleiben in uns.
Wir waren wieder eine super Gemeinschaft, die  auf der “Go South“ einen tollen Törn erlebt hat.
Quelle/Text: Jürgen Schüle

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