Schwäbisch-Deutsch für auswärtige Geocacher.

 
 
 
  Sollten die GPS-Koordinaten mal nicht direkt zum Ziel führen, ist man oft darauf angewiesen, Einheimische nach dem Weg zu fragen. Dabei könnte diese Kurzanleitung/Übersetzungshilfe enorm wichtig sein.  
 
 
 

Schwäbische Richtungsangaben:
auf dem Nachhauseweg hoimzuas
auf dem Rückweg em ra
auf dem Weg herrüber romzuas
auf dem Weg hinauf nuffzuas
auf dem Weg hinein naizuus [neizuas]
auf dem Weg hinüber nomzuas
da drausen dôdaussa
da drinnen dôdenna
da drüben dôhomma
da drüben dô dromma
da herunter dôrabb
da hin dônomm
Da nach links abbiegen Dô lengs nômm
daheim drhoimd [drhoim]
darunter dronderna
den Berg hinauf bergnuff[zuas]
den Berg hinauf bergeine
den Berg hinunter bergabe
der Breite nach da broida Weag
der Länge nach da langa Weag
dort deerd
dort drüben dôhanda [dôhanna]
dort drunten dronnda
draussen dussa [drussa]
draußen drussa
draussen haussa
draussen hussa
draussen uff dr Gass
drinnen henna
drinnen drenna
drinnen denna
droben droba
drüben dieba
drüben dumma
drüben drieba
drüben dromma
drunten donnda
durch und durch durna
eingearbeitet sein drenndrenn sei
etwa hier dôhannarôm [dôhanndarôm]
etwas ganz nach unten tun onda´na do
ganz innen ennadrenn
herauf rauf
herauf ruff
herein rei
herunter ronder
hier dahanna
hinab na
hinauf nauf
hinauf nuffwärds
hinaus naus
hinaus nauswärds
hinein eine
hinein nai
hinein gehen eine gau
hinten hendadromma
hinten draussen hennadussa
hinten drin hennadenna
hinterher hendadrai
hinüber nomwärds
hinüber nieber
hinüber nomm
hinunter nabb [nab]
hinunter naabe
hinunter nondr
im Hinabgehen nazuas
im Hinaufgehen raufzuas
im Hinaufgehen naufzuas
im Ort em Flägga [Flecka]
Immer geradeaus Emmr dr Nôs nôch
In der Nähe befindlich Om da Weg
innerhalb des Hauses drhoimdarôm
nach Hause hoim
nach links hist
nach rechts hodd
nach vorne firre
nahe nôch
nebenan näbadrô
oben doba
oben hinauf druffnuff
oben, hier oben hoba
rückwärts riggwärds
rund herum dromrom
unten honda
unten honna
von hinten nach vorne henderschefirre
von hinten nach vorne hendafirre
Von oben heruntertragen obaraadra
vorwärts firsche [fürsche]
vorwärts nore [nôre]
weit entfernt hender Pfuideifel
weiter drüben dannawärds
zwischendurch drondernai

Konjunktivformen:
Zwei Konjunktivformen (Möglichkeitsformen) sind im Schwäbischen bekannt, der Konjunktiv Imperfekt und der Plusquamperfekt. Der Konjunktiv Imperfekt wird wie in der deutschen Umgangssprache umschrieben und mit dääd gebildet: ich ginge usw. i dääd gãnge (wörtl. = ich täte gehen); du däädsch gãnge; är, se, 's dääd gãnge; mir, ihr, se dääded gãnge. Echte Konjunktivformen wie "ich brächte" gibt es dagegen nur noch selten, z.B. i breichd (=ich bräuchte). Der Konjunktiv Plusquamperfekt wird mit wär und hedd gebildet. So lauten die Formen der Verben fahre und qwenne (=gewinnen) so: ich wäre gefahren usw. i wär gfahre; du wärsch gfahre; är, se, 's wär gfahre; mir, ihr, se wäred gfahre und ich hätte gewonnen usw. i hedd gwõnne; du hedsch gwõnne; är, se, 's hedd gwõnne;; mir, ihr, se hedded gwõnne.

Das Verb "sein":
Das Verb sai kommt häufig vor, deshalb an dieser Stelle a bissle Formenlehre aus der schwäbischen Grammatik: ich bin, du bist usw.
i bëh; du bisch; er, sie, es isch; mir sënd; ihr sënd, se sënd. Im Unterschied zu allen anderen Verben hat sai auch ein Imperfekt: i war; du warsch; er sie, es war, mir, ihr se wared. Leicht zu bilden ist dann das Perfekt, nämlich immer mit gwä (=gewesen): i bëh gwä (=ich bin gewesen), du bisch gwä usw.

Einige Hinweise:
â, ô, ââ geben einen offenen kurzen bzw. langen Laut wieder, der zwischen a und o liegt, z.B. Schlâf. Die "Tilde" über einem Vokal oder Doppelvokal gibt an, dass dieser Vokal nasal gesprochen wird, z.B. schëë. Nasaliert wird jeder vokal vor einem -n, -ng, -m z.B. Ãhfãng, doch ist der Schwabe imstande, jeden Vokal nasal auszusprechen.

Schwäbischer Cacher-Gruß:

Das berühmte Zitat "Lägg mi am Arsch" aus Goethes "Götz von Berlichingen" ist allgemein bekannt und weit verbreitet, jedoch meist als Ausdruck völliger Ablehnung, anders im Schwäbischen. Da unterscheidet man verschiedene Nuancen, um auszudrücken:

  1. Verblüffung oder große Überraschung wenn sich z.B. zwei Geocacher im Wald begegnen: Lägg mi am Arsch, wo kõmmsch nôh du her? (= Leck mich am Arsch, wo kommst du denn her?);
  2. Helle Freude beim Cachefund: LmaA, i hãn em Loddo gwõnne! (= LmaA, ich habe im Lotto gewonnen!);
  3. Höchste Anerkennung für einen guten Cache: LmaA, deeß war abbr sauguad! (= LmaA, das war aber ausgezeichnet).
Schwaben unter sich verstehen den Gruß keineswegs als Grobheit, sondern als Ausdruck ganz besonderer Herzlichkeit, wenn jemand seinem Besuch, den er lange nicht gesehen hat, entgegenruft: "Jâ jetzt lägg me nôh du glei am Arsch!"

Vo dr'Boscht isch a Baustell, do missat se ällso anderschrôm fahra, wird Ihnen ein Schwabe sagen, wenn er Sie darauf hinweist, dass direkt gegenüber dem Postamt eine Baustelle ist und Sie also gezwungen sind, einen anderen Weg zum Ziel zu suchen. Ist die Baustelle bereits zu sehen und ganz in der Nähe, dann ist sie dô drieba, wäre Sie etwas weiter weg, dann wäre sie dô dômma.


Als Raigschmeggder (Zugereister) kann das
Nox Fräse-Team abschließend nur sagen:
Isch schõ ômmeglich zuam lerne, abber isch oifach ächd schëë dâ!

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